Meschenich (sb). Das Beton-Unternehmen Horst GmbH & Co. aus Bornheim möchte seinen Kiesabbau zwischen Meschenich und Immendorf ausbauen, da das jetzige Areal so gut wie ausgeschöpft sei.
Auf ihren Antrag hin führte das Umwelt- und
Verbraucherschutzamt der Stadt ein wasserrechtliches
Planfeststellungsverfahren durch. Die Pläne des
Unternehmens waren im letzten Herbst mehrere Wochen lang
einzusehen, Einwände konnte angemeldet werden. Die
Einwände wurden nun im Rahmen eines
Erörterungstermins behandelt. An diesem nicht
öffentlichen Termin nahmen Vertreter der Firma Horst
sowie Mitarbeiter der zuständigen Behörden, der
RheinEnergie, vom Naturschutzbund Nabu sowie alle Betroffenen teil,
die rechtzeitig ihre Einwände eingereicht hatten. Bernd Kiefer
vom Umweltamt der Stadt erklärte nach der Veranstaltung, diese
sei mit rund 40 Personen ruhig und konstruktiv verlaufen.
Die Pläne der Firma Horst sehen vor, das Abbau-Areal von 54
auf 84 Hektar zu vergrößern - 17 Hektar davon
wären reine Wasserfläche - und weitere 18 Jahre
Kies in Meschenich zu fördern. Nach dem Abbau soll dann im
Norden der Kiesgrube ein Badestrand angelegt werden. Das
Unternehmen möchte den Abbau dabei so schnell wie möglich
wieder aufnehmen, denn seit Mai 2010 stehen die
Förderbänder aufgrund einer PFT-Belastung still.
Verursacher der Verunreinigung ist das benachbarte
Chemieunternehmen Basell, das zum Zwecke der Sanierung eine
Aktivkohlereinigungsanlage errichten will. Für das
geförderte Wasser will das Unternehmen Horst ebenfalls
eine Aktivkohlereinigungsanlage bauen, mit der der Kies
gewaschen wird.
Die Sanierung der Gewässer wird dabei laut Bernd Kiefer noch
mindestens fünfzehn Jahre dauern.
Bei den Meschenichern sind die Pläne des Unternehmens
umstritten. Vor allem die Bürger- und Vereinsgemeinschaft
Meschenich ist gegen das Vorhaben. Sie befürchtet, dass der
Kiesabbau zu nahe an den Ort rückt. Auch mit einem Badestrand
im Norden wäre der Bürgerverein nicht einverstanden.
"Wir wollen den Strand im Süden. Hier gibt es schon eine
Zufahrt, nämlich die der Firma Horst, und es werden hier
Parkplätze für das Naturschutzgebiet gebaut, die die
Badegäste nutzen könnten", fasste Hermann-Josef
Schäfer von der Bürgervereinigung Kritikpunkte zusammen.
Im Falle der Umsetzung eines nördlichen Badeufers
befürchtet er eine erhebliche Belastung durch den Autoverkehr
und den Lärm. Bei Umsetzung eines Südstrands könne
außerdem der nördliche Bereich komplett für
den Kiesabbau genutzt werden, und die Erweiterung müsste
nicht so nah an den Ort rücken, stellte Schäfer dar. Auch
zwei Familien, die unmittelbar an die Grube angrenzend
wohnen, hatten sich generell gegen eine Erweiterung
ausgesprochen, da sie hohe Lärm- und Staubbelastungen
erwarten.
Eine Entscheidung über die Erweiterung soll spätestens
Ende März im Stadtentwicklungsausschuss fallen, berichtete
Bernd Kiefer. Zuvor werden die Pläne noch in der
Bezirksvertretung Rodenkirchen sowie im Ausschuss Umwelt und
Grün beraten.


