Von Montserrat Manke
Wesseling. So bunt die Jecken in den letzten Wochen auch waren, am heutigen Mittwoch herrschte bei der Schlüsselrückgabe im Rathaus eine vorherrschende Farbe: Schwarz. Das sicher nicht, weil alle in Trauer waren, sondern sich dem Anlass entsprechend in dunkle Anzüge und Kostüme "geschmissen" hatten.
Wie jedes Jahr trafen sich die Präsidenten der Gesellschaften, Funktionäre sowie unser Prinz Menny (Meisen) nebst Gefolge mit Bürgermeister Hans-Peter Haupt, Kämmerer Bernhard Hadel und weiteren Vertretern der Stadt, um bei Lachs- und Forellenschnittchen nicht nur den Schlüssel zurück zu geben, sondern auch - und das hat ebenfalls gute Tradition - Manöverkritik zu üben, oder entsprechend zu loben.
Das größte Lob heimste sicher Gärtnerprinz Menny ein: "Ich hoffe, Deine Blumen haben überlebt, ich habe gehört, die Heinzelmännchen waren da und haben für Ordnung gesorgt", flachste Bürgermeister Haupt, der Menny bescheinigte: "Du warst ein Superprinz".
Das Stadtoberhaupt betonte, wie wichtig der Karneval sei, vor allem für die Kinder, die man von klein an das "Mega-Volksfest" heran führe solle. "Da gibt es einen Zug, und da geht man mit", sagte Haupt, der in einem Atemzug den ganzen Gesellschaften für ihr ehrenamtliches Engagement in Sachen Kinderkarneval dankte.
Auch das Festkomitee und hier im Speziellen Udo Dornbusch bekam ein Riesenlob. Dornbusch hört nach dieser Session als Präsident des FWK's auf, als sein Nachfolger wird Marc-Olaf Ziller, ehemaliger Präsident der Ehrengarde gehandelt.
Und für noch einen war es die letzte Session: Zugleiter Klaus Illian, der wie Dornbusch zehn Jahre im Amt war, gibt die Verantwortung ab, im Gespräch sind gleich mehrere Kandidaten, ein Nachfolger wird bei der nächsten Versammlung, wahrscheinlich im April gewählt.
Die alljährliche Frage, warum der Zug so viele Löcher hatte, konnte auch in 2012 nur unzureichend beantwortet werden. Fritz Graf mutmaßte, dass es mit den natürlichen Bedürfnissen der Zugteilnehmer zusammen hänge und erklärte, dass es im Kölner Rosenmontagszug verboten sei, die Wagen wegen eines Toilettengangs zu verlassen.
Andere wiederum meinten, der Müllwagen im Tunnel, der koste Zeit. Theo Engels hingegen war der Ansicht, dass das doch nicht so schlimm sei. Denn durch die Pausen käme man mit den Zugteilnehmern ins Gespräch und außerdem könne man dann ordentlich bütze: "Und dat jehört doch dazo!", stellte Engels fest, der übrigens einer der wenigen war, der ein Aschekreuz auf seiner Stirn trug. Aber auch der Ausfall einer Zugmaschine sowie ein Reifenplatzer werden sicher zur Zugverspätung beigetragen haben.
Auch die Veedelszüch seien schön gewesen, und der Kinderzug, der sei "einfach gigantisch" gelaufen. Dornbusch schwärmte von den Kostümen der Kinder und wie schön alles gewesen sei.
Was man tun könne, damit es an Weiberfastnacht wieder voller werde auf dem Alfons-Müller-Platz war ein weiterer Punkt, den Udo Dornbusch ansprach. In diesem Zusammenhang wurde der Bürgermeister gebeten, sich mit den Schulen in Verbindung zu setzen, damit zum Beispiel die Kinder der Tanzgruppen von ihrer Anwesenheitspflicht befreit würden und wieder mit tanzen könnten auf der Bühne.
Daraus entwickelte sich die Idee, dass doch wieder alle Kinder und Jugendlichen beim Rathaussturm mit dabei sein sollten. "Das war damals halt ein Fehler", meinte Dornbusch in Anspielung auf die vor Jahren eingeführte "Schulpflicht" an Weiberfastnacht. Damit sollte seinerzeit dem stetig anwachsenden Alkoholkonsum der Jugendlichen Einhalt geboten werden. Haupt war von der Idee angetan, aber regte an, dass es dann auch ein Programm für den Wesselinger Nachwuchs geben müsse, eine Fete oder Ähnliches.
Also darf man gespannt sein, was nächstes Jahr auf dem Platz passiert, wenn am 7. Februar 2013 der neue Prinz zum Sturm auf das Rathaus bläst. Und der heißt Klaus Jurkart, kommt aus den Reihen der Funkenartillerie Blau Weiß, ihm zur Seite steht als persönlicher Adjutant Georg Böhner, für die Finanzen wird Karl-Heinz Zimmermann verantwortlich sein und als Fahrer fungiert Wolfgang Geusgen. Das alles steht dann unter dem neuen Motto "Fresch und knackig soll hä sin, unse Fastelovend en Wesseling".















